Mittwoch, 17. Januar 2018

Klassik ist nicht gleich Klassik oder: Wie ich die indische Kultur über die indische Variante des DAS FEST in Karlsruhe besser kennen lernte

Unscheinbar ragt er im Hinterhof empor, zwischen Turn- und Sedansplatz, mitten in der Innenstadt Pforzheims, in der Turnstraße: der Hindu-Tempel der Anhänger der indischen und der sri-lankischen Gemeinde aus der Region Karlsruhe-Pforzheim.

Noch erklingen keine Töne, die von dem Musikfest, das Pforzheimer Margazhi Utsavam 2018, zeugen. Stattdessen heißt es erst einmal: Schuhe ausziehen. Dies habe mit dem Respekt vor den Göttern und der individuellen Reinheit derer, die sie anbeten, zu tun, sagt mir im Laufe des Abends eine der aus Indien stammenden Teilnehmerinnen des Musikfestes. Ebenso interessant ist es, dass Tanz und Gesang unmittelbar in den Alltag und in die Erziehung der indischen Kinder einmünden und deren fester Bestandteil sind. Eben darum beginnen die Kinder an diesem Freitag um die Mittagszeit das Fest und zeigen bzw. zelebrieren stimmlich das, was sie über chennaitische Musik gelernt haben. Sie entstammt dem Austragungsort des Festes, der Region Madras/Chennai und Jaffna, einer tamilischen Stadt in Nord Sri Lanka. Viele Teilnehmer des Festes lernen bei der Musiklehrerin Jayadharshini, die aus Gernsbach kommt, regelmäßig im Tempel singt, Musik macht und auch Musik-Vorlesungen gibt. Das berichtet Anuja Hariharan, eine liebe Freundin und ehemalige Kollegin von mir, im Vorfeld. Zusammen mit ihrem Mann Balaji Venugopal, welche beide aus Chennai stammen, hat sie Musiker aus der Region eingeladen, die teilweise nebenberuflich, teilweise hauptberuflich die indische klassische Musik spielen. Ziel des Festes ist es, die Bedeutung dieser Art von Musik in der Wahrnehmung der Menschen besser zu verankern und auf sie aufmerksam zu machen. Aus diesem Grund sind an diesem Freitagabend auch Musiker aus der Schweiz oder München vor Ort, um sich ganz der Musik hinzugeben.

Jede Darbietung ist ein Fest für sich

Jede Sängerin und jeder Sänger gibt ein Mikro-Konzert von zwanzig Minuten, genauso wie jede Gruppe aus Musikern das tut. Drei aus dem 16. bis 18. Jahrhundert stammende Komponisten: Thyagaraja swamy, Muthuswamy Dikshitar und Shyama Sastry stehen als bedeutende Musiker der indischen Klassik gleichbedeutend auf einer Stufe mit den deutschen Klassik-Größen Mozart, Beethoven und Bach. „Die genannten indischen Musiker und deren Zeitgenossen haben im 17. und 18. Jahrhundert gelebt und zur Renaissance der indischen klassischen Musik beigetragen“, erzählt Balaji Venugopal im Vorgespräch. Die aus Süd-Indien stammende ursprüngliche klassische Musik besteht aus dem sogenannten „Ragam“; einer Gruppe von Noten und Notenfolgen, die Grundlage jeder Komposition ist. So gebe es immer, wenn man ein Lied komponiert habe, eine bestimmte Ragam-Folge, eine bestimmte Gruppe von Noten, die wie ein Akkord teilweise in der Anordnung der Noten in dieser Notenfolge noch variabel sei, berichtet Balaji Venugopal. So könne aus der Notenfolge c-d-e-f-g-h am Ende des Akkords die umgekehrte Folge h-g-f-e-d-c werden und dem hinzugefügt werden. „Durch diese Möglichkeit haben die Musiker einen großen Spielraum dafür, ihre Kreativität spielen zu lassen und zu experimentieren“, freut sich Balaji Venugopal. Jeder Künstler kann seine Musik so in seinem jeweils eigenen Stil präsentieren, improvisieren und darbieten. Eine Komposition wird so unter bestimmten Ragmen komponiert und ist von jedem Künstler individuell darstellbar.

„Ein sehr musikalischer und spiritueller Monat“

Hintergrund des kulturellen Festes, das bei der indischen Bevölkerung sehr beliebt ist, ist der Kalendermonat Marguuary, ein „sehr musikalischer Monat“, wie Balaji Venugopal berichtet. Seit dem 2. Jahrhundert vor Christus findet das Fest in diesem „sehr spirituellen und stabilen Monat“, wie er sagt, statt. So erzählt er, dass in diesem Zeitraum zwischen dem 15. Dezember und 15. Januar, in dem das Fest stattfindet, einerseits das Wetter gut sei, der Tourismus groß geschrieben werde und hier jeweils eine neue Stabilität innerhalb der indischen und sri-lankischen Bevölkerung entstehe. „In diesem Monat machen die Männer, was die Frauen sonst machen, zum Beispiel Yoga oder Tanz. Die Frauen machen, was die Männer sonst tun. Sie widmen sich zum Beispiel der Geometrie und dem Zeichnen“, so Balaji Venugopal. Die Spiritualität findet ihren Raum in diesem Monat. Was die Menschen in diesem Monat aber zum Beispiel nicht tun, ist es, zu heiraten oder ein Haus zu kaufen. Sie treffen in dieser Zeit keine bahnbrechenden Entscheidungen, erzählt Balaji Venugopal weiter. Die Lieder selbst sind religiös inspiriert. Sie zeugen von Anbetung oder Hingabe an die vielen verschiedenen hinduistischen Götter. Vergleichbar mit deutschen Kirchenliedern sind die indischen Klänge, denen vielfach ein melancholischer Grundton obliegt, nicht. Oft erzählen sie vom Leben der Götter.

Das Fremde fasziniert und inspiriert mich

Im Tempel, in dem das Fest stattfindet und an dem am Ende über 150 Menschen, unter ihnen viele Familien mit Kindern, teilnehmen, findet am selben Tag der Gottesdienst zu Ehren der Göttin des Tempels, Saraswati, Göttin der Musik und der Bildung, statt. Sie wird neu eingekleidet. Neben ihr ist ein Gehäuse mit ihrem Mann. Hinter ihr solche mit ihren zwei Kindern. Sie alle bekommen zuerst das indische Essen, welches später die Teilnehmer des Festes zusammen verspeisen werden. Für mich als Christin ebenfalls neu ist, dass der Priester nach dem Gottesdienst mit dem Kerzenhalter hin zu den Teilnehmern des Gottesdienstes geht und ihnen dessen Flammen geradezu zu fächert.
Schließlich gibt es nach einem langen Tag das ersehnte indische Essen, mit vielen herzhaften, aber auch süßen Köstlichkeiten, welche teilweise sogar vor der Hauptspeise verzehrt werden, neben Reis in verschiedenen Variationen, Kartoffelringen, Gemüse, Kichererbsen, Fladen etc. Ein wirklich bewegendes Fest mit sehr weltoffenen Menschen und einer sehr interessanten fremden Kultur. Mögen Sie weiterhin Freude an ihrer Kultur haben und auf lange Sicht ein größeres Gebäude für ihre heranwachsende Gemeinde finden.

Danke für die Gastfreundschaft!

Samstag, 11. November 2017

Verharren im Alten oder Umgang mit der Problematik aktueller Problemfelder – Darmstädter Oratorium „Der Himmel über Sodom“ animiert die Besucher, sich über aktuelle gesellschaftliche Fragen Gedanken zu machen

Was passiert, wenn man zeitgemäße Themen wie die der Flüchtlingskrise, des Bürgerkriegs und solche der Sexualität mit geschichtlichen Themen vermischt und sie dadurch noch einmal gezielter anspricht? Das Darmstädter Oratorium „Der Himmel über Sodom“ (nach der Bibel, Genesis 19), am 11.11.2017 uraufgeführt in der Pauluskirche nahe dem Böllenfalltor, greift die Themengebiete auf und gibt darauf einige mögliche Antworten für den geschätzten Zuhörer in der fast bis auf den letzten Platz bzw. die letzte Kirchenbank gefüllten Kirche. Das Libretto zum Oratorium stammt von Eric Giebel, Pfälzer, Schriftsteller, Literaturblogger und Übersetzer, der heute in Darmstadt lebt. Wolfgang Kleber, ein Darmstädter Organist, zeichnete sich für die Komposition und Leitung des Werkes verantwortlich. Als solcher dirigierte er nicht nur den zum größten Teil aus Mitgliedern des Paulus-Chores bestehenden Projektchor, der, wie das Programmheft verrät, insbesondere den Chor der Sodomiter, sondern einmal auch einen Soldatenchor darstellen soll. Und als solcher Dirigent empfängt er auch den überbordernden Beifall des Publikums am Ende der 90-minütigen Aufführung. „Das Musikwerk nimmt aktuelle Bezüge zur Frage auf, wie mit Asylsuchenden umgegangen werden soll. Es untersucht anhand der in der Bibel, im Koran und im Talmud erwähnten Geschichte von Sodom, ob ein Einzelner in einer zunehmend das Gastrecht ablehnenden Masse moralisch handeln kann“, erklärt das Programmheft. Besonders im Vorfeld und im Nachgang des Oratoriums wird die Frage damit beantwortet, dass Hilfsorganisationen wie Amnesty International auf die Problematik hinweisen und sich für entsprechende hilfsbedürftige Menschen einsetzen können. In der Einführung zum Stück, die eine dreiviertel Stunde vor Beginn des Oratoriums stattfindet, weist man darauf hin. Nachdem die letzten Klänge verhallt sind, bietet sich für die Besucher noch einmal die Gelegenheit, sich per Unterschriftenliste für besonders gefährdete Menschen einzusetzen.


Star des Abends: Renatus Mészár in der Rolle des Lots

In der Rolle des Lots, Richter von Sodom und Neffe des biblischen Abrahams, glänzt und zeichnet sich Bass Renatus Mészár, Opernsänger und seit 2012 Mitglied im Ensemble des Staatstheaters Karlsruhe, im Musikstück aus. Sein Bass steht und fällt je nach Stimmung des Stückes, gerade dann, wenn er das Volk zur Abkehr von Machtwillen, Missbrauch und Vergewaltigung bewegen möchte. Die eritreischen Engel Mebrathu (stimmgewaltig und überzeugend: Andreas Wagner, Tenor) und Sebhat (ausdrucksstark, gerade zu sexy und ebenfalls stimmgewaltig: David Pichlmaier) ergänzen ihn dazu perfekt, stehen sie doch zum Großteil sprichwörtlich auf einer höheren Ebene, einer Empore, über den Dingen. Nicht umsonst steht das Oratorium ganz im Sinne von Aischylos (vermutlich um 463 v. Christus), der dem Chor eine starke Position verleiht und ihn in die Rolle und tradierte Position des Handlungsträgers manövriert. Lot selbst steht dem Chor der Sodomiter mit seinem Chorführer am Ende geradezu hilflos gegenüber und avanciert zum tragischen Helden (durch schicksalhafte Verstrickungen). Am Ende siegt dennoch die Gewalt, die vor allem vom Chorführer (ebenfalls überzeugend: Mark Adler, Tenor) und von den Männern Sodoms, die Lots Haus überfallen, ausgeht. Überaus beeindruckend auch das jeweilige Vorspiel zu den insgesamt fünf Akten, beeindruckend interpretiert von Barbara Meszaros am Sopran, genauso überzeugend wie die Einstimmigkeit des gesamten Chores, der durch stimmliche Qualität alle Stimmungen von Trauer über Angst, Hoffnung und Wut transportiert.
Wieder einmal wirft eine solche Interpretation einer biblischen Geschichte die Frage auf, warum Gewalt auf der Welt statttfinden muss und wie sie zu bekämpfen ist, eben gerade im Falle der Flüchtlingsproblematik. Möglicherweise hat dieses Oratorium gerade den Darmstädter Bürgern Anlass gegeben, darüber nachzudenken. Ein Beitrag zum Reformationsjubiläum, wie auch ein Plakat im Eingang der Kirche mit den veranschlagten 95 Thesen Luthers beweist, dass es sich auf jeden Fall lohnt, darüber nachzudenken. Zeit, über aktuelle Probleme nachzudenken, sie zu lösen, ganz im Sinne des Reformators Martin Luther, dessen Thesenanschlag zu Wittenberg am 31.10.1517 begann.


Beispielhaft und nachahmenswert!


Weiterführende Links:

http://www.allgemeine-zeitung.de/freizeit/kunst-und-kultur/musik/der-himmel-ueber-sodom-neues-oratorium-in-darmstadt_18303618.htm


http://gott-neu-entdecken.ekhn.de/veranstaltungen-projekte/projekte-vor-ort/der-himmel-ueber-sodom-oratorium.html


http://www.mein-suedhessen.de/darmstadt/kultur/urauffuehrung-des-oratoriums-der-himmel-ueber-sodom-in-der-pauluskirche-darmstadt-d34383.html


http://www.echo-online.de/freizeit/kunst-und-kultur/musik/der-himmel-ueber-sodom-neues-oratorium-in-darmstadt_18303618.htm


- alle Links zuletzt abgerufen am 12.11.2017, um 00: 19 Uhr -


Bildquelle: Jennifer Warzecha

Sonntag, 30. Juli 2017

Inhalt und Weiterempfehlung zählen - Dr. Lars Osthoff von 1&1 Internet gibt Firmen beim IT After Work in Pforzheim konstruktive Tipps, wie Webseiten vom Suchmaschinenbetreiber Google höher gerankt werden

„Bei einer Suchanfrage im Internet ist nicht wichtig, zu sehen, wie viele Nutzer eine Webseite besuchen, sondern, wie viele Nutzer lange auf dem angeklickten Suchergebnis bleiben“, stellte Referent Dr. Lars Osthoff bei seinem Vortrag anlässlich des von der Medien-/IT-Initiative Pforzheim und dem Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim verantworteten Formats „IT After Work“ im Juni 2017 im Zentrum für Software, Technik und Design, Innotec, fest. 70 Teilnehmer aus Pforzheimer Werbeagenturen, Firmen mit Marketingabteilungen, aber auch Privatpersonen zeigten sich begeistert und interessiert von Osthoffs Anregungen, Tipps und Zukunftsvisionen hinsichtlich dessen, wie Webseiten so aufgebaut werden können, dass sie von Google weit oben gerankt und entsprechend für eine Suchanfrage ganz oben gelistet werden – einfach das, was der Begriff SEO, Search Engine Optimization, zu Deutsch: Suchmaschinenoptimierung, bedeutet. Osthoff, der neben seiner Marketingaktivität vor einigen Jahren an der Universität Paderborn in BWL promovierte, leitet seit drei Jahren das SEO-Team beim Unternehmen 1&1 Internet, einem der führenden Webhosting-Anbieter weltweit mit Sitz in Karlsruhe. Bei seinem Vortrag mit dem Titel „SEO und künstliche Intelligenz – wohin geht die Reise?“ stellte der Referent nicht nur Möglichkeiten und Hürden vor, wie Webseiten, die auf Suchanfragen des Nutzers im Browser erscheinen, ohne eine bezahlte Werbeanzeige beim Suchmaschinenbetreiber Google schalten zu müssen, als erste Antwort erscheinen. Osthoff demonstrierte gleich zu Beginn seines Vortrags wie die Weiterentwicklungen im Bereich künstliche Intelligenz dazu führen, dass man über Spracheingabe mit Suchmaschinen kommunizieren kann. „OK Google, was bedeutet Shared-Hosting?“, mit dieser Suchanfrage führte er vor, wie die Suche selbst sich verändert hat. Längst ist es nicht mehr notwendig, einfache Desktop-Suchanfragen alleine mit Keywords zu machen. Dank semantischer Webtechnologien kann der Nutzer der Suchmaschine gezielt eine Frage stellen, deren Antwort er in Form eines Auszugs aus einer Webseite mit reichlich Zusatzinformationen zurückgeliefert bekommt.


Was tun, wenn die Maschine redet bzw. auf Fragen antwortet?

Im Vorführbeispiel antwortete die Suchmaschine selbst und eine Frauenstimme aus dem Off las dem Referenten aus der am besten gelisteten Webseite die gewünschte Definition des Begriffs vor. Langfristiges Ziel: „Die Interaktion von Menschen mit Suchmaschinen und Informationsquellen soll erleichtert werden. Das könnte z. B. den Einkauf von Lebensmitteln des täglichen Gebrauchs enorm erleichtern.“ Doch wie schafft man es bei Google an die Spitze? - Durch hochwertige Inhalte und Empfehlungen in Form von externen Verlinkungen. So werden Internetseiten höher bei Google gerankt, wenn sie auf thematisch relevanten Webseiten verlinkt sind und sich durch die Hochwertigkeit ihrer Inhalte als Autorität auf ihrem Themengebiet beweisen können. Neben Google und Amazon sind Firmen wie Facebook und Apple gut positioniert, um von den Trends im Bereich Digitalisierung zu profitieren, haben sie jetzt doch schon eine größere Marktmacht als die 30 größten DAX-notierten Unternehmen, wie Osthoff betonte. Was für die Besucher an diesem Abend aber am meisten zählte, war die Qualität der Webseite, sodass sie sowohl Kunden, als auch der Suchmaschinenbetreiber leichter finden. Vom Inhalt der Seite her sollte der Suchbegriff, mit dem die Menschen am meisten nach dem Produkt suchen, direkt in die Hauptüberschrift gepackt werden. Verlinkung, also gute Backlinks, sind das A und O, um im Web gefunden zu werden. Wichtig zu beachten: Welche Inhalte sind wertvoll und verpflichten andere Seitenbetreiber quasi geradezu zur Weiterempfehlung der Inhalte? Was zählt, sind nicht in erster Linie die Verwendung von relevanten Schlüsselwörtern oder die nicht-zielgerichtete Generierung von Reichweite, allein der Reichweite wegen.

Tipps für ein besseres Ranking

„Als A und O für externe Links gilt: Wenn ich auf meiner Webseite guten Content in Form eines guten Videos oder einer guten Graphik habe, erkläre, was das Problem ist, welches der Inhalt meiner Webseite löst, dann werde ich weiterempfohlen und bekomme eine gezielte und sinnvolle Reichweite und einen sehr guten Inhalt, der sich bei Google lange oben hält“, sagte der Referent und verwies außerdem auf eine gute Struktur der Webseite mit einer Listeneinteilung und sinnvollen Zwischenüberschriften. Ratsam ist es, jeweils ein Keywordcluster anzulegen und zu überlegen, in welcher Situation und Verfassung die Nutzer einzelne Begriffe suchen. Beim Suchbegriff „Kopfschmerzen“ kann das zum Beispiel die Antwort auf die Frage „Wo?“ sein, die die Keywords „Kopfschmerzen Stirn“ liefert oder als Antwort auf die Frage „Wann?“ die „Kopfschmerzen Schwangerschaft“ oder „Kopfschmerzen Frühschwangerschaft.“

lars-osthoff.de

- geschrieben im Auftrag der Pforzheimer Zeitung, für den Blog-Eintrag aber noch einmal modifiziert -

Montag, 2. Mai 2016

Wecke den Unternehmer in Dir: Über Chancen und Mythen des Gründerländle Baden-Württemberg in Pforzheim, Karlsruhe, Stuttgart und Mannheim

Es gehört momentan nicht nur, aber gerade in Baden-Württemberg zu den Nummer Eins-Themen überhaupt: das Thema „Existenzgründung.“ Laut den Stimmen der entsprechenden Bundesministerien soll es die Wirtschaft zeitnah voranbringen. Für die Gründer selbst offenbart es eine unglaubliche Freiheit, gerade, was die Festlegung der eigenen Arbeits- und Urlaubszeiten und die eigenen Arbeitsformen anbetrifft. Manche Gründer werden gar zu digitalen Nomaden, wie es Ute Klingelhöfer hier in ihrer Kolumne auf techtag schildert. http://www.techtag.de/digitale-nomaden-tagebuch-von-der-arbeit-unter-palmen-2/ D.h. sie arbeiten an allen möglichen Orten, auch im Ausland, von dort aus, ganz einfach mit ihrem PC oder Laptop. Es sind Gründerwettbewerbe, wie der für und in Baden-Württemberg einzigartige Elevator Pitch, bei der die Gründer innerhalb von drei Minuten potentiellen Investoren und potentieller Zielgruppe ihre Idee vorstellen sollen - oder auch Preise wie der Deutsche Gründerpreis und diverse Networking-Veranstaltungen, die Gründer, Zielgruppe und Investoren zusammen bringen (können). Laut des Gründungsmonitors 2013 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) liegt die Gründungsquote bei 1,53 % der 18- bis 64-jährigen, was die recht günstige Arbeitsmarktlage in dieser Situation und generell jeweils begünstigt. Die meisten der Gründer haben einen akademischen Hintergrund und sie sind es auch, deren Anzahl zunimmt, wohingegen die eigentliche Quote immer noch recht gering ist. Aller Euphorie zum Trotz: Was können entsprechende Einrichtungen und das politische sowie wirtschaftliche Umfeld dafür tun, dass gerade mehr Frauen gründen und damit auch den Mut aufbringen, „ihr eigenes Ding“ zu machen? Gedanken hierzu weiter unten im Text.

Gründen bedeutet immer auch, Herausforderungen anzunehmen

Was aber sind Herausforderungen, Schwierigkeiten, aber auch Chancen, die den potenziellen Gründer, der zumeist in entsprechenden, extra eingerichteten Gründerzentren zu finden ist, erwarten? Zunächst einmal ist zwischen Gründern, die aus der Wissenschaft heraus, denen, die aus der Arbeitslosigkeit gründen oder Unternehmensnachfolgern zu entscheiden, die zumeist den elterlichen Betrieb übernehmen. Sie sind es auch, nach deren individueller Situation die einzelnen Bundesministerien und Förderinstitute darüber entscheiden, welche Art der finanziellen Förderung den Gründern gewährt werden kann, gerade, was öffentliche Förderangebote, Fremdkapital-Zuwendung oder die Vergabe von Stipendien, wie dem EXIST-Förderstipendium für herausragende wissenschaftliche Gründungen angehen. http://www.exist.de/ Herausforderungen bei der Frage: „Gründe ich - oder nicht?“ sind zum Einen finanzieller Natur, zum Anderen eine ganz persönliche Angelegenheit. Auf die finanzielle Situation bezogen, lohnt es sich für die Gründer, einen sogenannten Kapitalbedarfsplan zu erstellen. Denn es gilt, noch vor Beginn und erst recht direkt vor der Gründung zu kalkulieren, wieviel an Kapital das gesamte Unternehmen im wahrsten Sinne des Wortes tatsächlich verschlingt: Welche Menge an Startkapital und Geld für Investitionen wie Büro-Miete, Büromöbel und Infrastruktur allgemein, also PC, Internetverbindung, Stromkosten, Heizung etc. benötige ich? Wie komme ich in der ersten Zeit auch angesichts eines niedrigen Gewinns, in Kalkulation auch meiner privaten Ausgaben, über die Runden? Und schließlich und letztendlich tut es am Ende der sogenannte Businessplan, dank dessen die einzelnen Teilziele, neben dem Endziel, festgehalten werden sollen und dank dessen der Gründer planen und kalkulieren kann, in welcher Zeit, was erreicht werden soll. Und auch hier stehen entsprechende Berater der Industrie- und Handelskammern oder auch die regionalen Gründungsinitiativen, wie in Karlsruhe die Experten der Gründerschmiede des KIT oder Mitarbeiter des Cyberforums, bei entsprechenden Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Und klar, ist, was das Persönliche anbetrifft: Ein Gründer darf Risiken, die er gerade in der ersten Zeit eingehen muss, nicht scheuen. Dazu kommt die Frage nach den Eigenschaften einer Führungspersönlichkeit: Bin ich in der Lage zu führen oder wie muss ich mich im Zweifelsfall weiterbilden, um einen entsprechenden Führungsstil zu entwickeln? Kann ich das nötige Verantwortungsbewusstsein entwickeln, um sowohl eine Firma zu leiten, als auch meine Mitarbeiter anzuleiten und mich in sie einzufühlen, als auch mich sowohl gegenüber ihnen, als auch gegenüber der Konkurrenz durchsetzen zu können? Kalkulationsfreude, Analysefähigkeit, Zielgerichtetheit, Risikofreude, die Bereitschaft, bis in die Abendstunden und am Wochenende zu arbeiten, auf Urlaub zu verzichten, und sich zu trauen, auch Zeiten ohne Einnahmen zu riskieren, samt der Nervenstärke, diese Zeit zu überstehen (materiell und ideell), runden das ideale Profil eines Gründers ab. Nicht zu vergessen sind die jeweiligen Lebensumstände und die damit einhergehenden Fragen: Stehen die wichtigsten Personen im sozialen Umfeld wie Ehepartner etc. hinter dem Gründungsvorhaben? Geht der umtriebige Arbeitsalltag mit unregelmäßigen und langen Bürozeiten in Vereinbarung mit Familienzeiten und Partnerschaft? Und auch nach Klärung dieser Fragen ist es wichtig, zu prüfen, ob die eigentliche Idee tatsächlich für die gewünschte Zielgruppe geeignet ist - es gilt, Marktforschung zu betreiben -, denn: Die beste Idee erreicht nicht nur die Zielgruppe, sondern auch die beste Förderung und Finanzierung. Und noch ganz wichtig: Immer die Rechtsberatung sichern, denn schon von der Umgesellschaftung her einer GbR kann es bei Unachtsamkeit zu steuerlichen Konsequenzen, in Form von Steuernachzahlungen, kommen.

Gründerkultur Baden-Württembergs

Laut des Gründungsmonitors 2013 der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) liegt die Gründungsquote in Baden-Württemberg bei 1,53 % der 18- bis 64-jährigen, was die recht günstige Arbeitsmarktlage in dieser Situation und generell jeweils begünstigt. Die meisten der Gründer haben einen akademischen Hintergrund und sie sind es auch, deren Anzahl zunimmt, wohingegen die eigentliche Quote immer noch recht gering ist. Viele der Gründer befassen sich mit sogenannten „technologieorientierten Dienstleistungen.“ http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/gutachten/hightechgruendungen1_11.pdf Die meisten entwickeln gerade aufgrund des geringen finanziellen Aufwands Softwarelösungen, zum Beispiel verbesserte Suchtechnologien, gerade in den Stadtkreisen Karlsruhes (zum Beispiel siehe hier, http://searchhaus.net), Heidelberg, Freiburg, Stuttgart und Ulm. Besonders in Karlsruhe liegt der Schwerpunkt auf IT-Gründungen und wissenschaftlichen Gründungen. http://www.technologieregion-karlsruhe.de/fileadmin/bilder/publikationen/IKT_Broschuere-data.pdf Viele der Gründer sind Studenten oder Absolventen. Ca. 50 bis 75 Prozent der Genannten sind dabei Absolventen des KIT, wie Kerstin Weber-Sanguigno, Leitung Kommunikation und Netzwerkbetreuung des Cyberforums http://www.radio.kit.edu/799.php, feststellt. Die meisten haben dabei ein Studium an der Fakultät für Informatik des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) absolviert. Sie stellt zufrieden fest, dass trotz aller Schwierigkeiten nahezu 70 Prozent der IT-Gründungen auf Dauer bestehen bleiben können. Corinna Jahn, Leitung Unternehmensentwicklung beim Cyberforum, betont außerdem in einem Radiointerview, dass man bei Beratungen natürlich Wert auf Langfristigkeit der Beratung lege und Gründer immer wieder dazu ermuntere, auch nach Fehlern weiterzumachen und zu -gehen. http://www.radio.kit.edu/771.php

Gründerzentren Karlsruhes

Gründerzentren in Karlsruhe sind unter anderem das Perfekt Futur auf dem Areal des Alten Schlachthofs http://www.perfekt-futur.de/ und des Technologieparks Karlsruhe. http://technologiefabrik-ka.de/ Verschiedene Einrichtungen wie IHK https://www.karlsruhe.ihk.de/Existenzgruendung_und_Unternehmensfoerderung und HWK, Gründerschmiede http://kit-gruenderschmiede.de / (Überblick über das gesamte Beratungsangebot des KIT: http://www.exist.de/DE/Campus/Gruendergeist/Gruendergeist-Campus/Karlsruher-Institut-fuer-Technologie/inhalt.html sowie des Cyberforums http://www.cyberlab-karlsruhe.de/ stehen den Gründern mit Rat und Tat zur Seite. Wettbewerbe wie der Elevator Pitch https://www.elevatorpitch-bw.de/ helfen den Gründern, ihr Produkt der Zielgruppe vorzustellen und potentielle Investoren auf sich aufmerksam zu machen.

Karlsruher Gründerszene

Die Karlsruher Gründerszene ist im Gegensatz zum Beispiel zu der mehr industriebezogenen Gründungskultur Pforzheims dominiert von wissenschaftlichen Gründungen. Gerade aber die Ausgründung des KITs, Artiminds Robotics, gehört zum Sieger eines Rankings der deutschlandweit am erfolgreichsten operierenden Unternehmen. http://www.horizont.net/marketing/charts/Start-ups-Das-sind-die-25-heissesten-jungen-Unternehmen-aus-Deutschland-136160 Viele der wissenschaftlichen Gründungen und Gründer erhalten das EXIST-Gründerstipendium und werden jeweils ein Jahr lang im Team jeweils mit 2000 bis 3000 Euro pro Monat dabei unterstützt, ihre Gründung voranzutreiben.

Pforzheimer Gründerszene

Gerade in Pforzheim sind aber nicht nur Gründer aus der IT-Branche, sondern auch aus PR und Werbung zu finden, was auch an den entsprechenden Studiengängen der dortigen Hochschule liegt. Vielfach finden Gründungen in der Schmuckbranche statt. Friedel Völker, selbständiger Wirtschaftsinformatiker und Initiator von Startup Pforzheim http://www.startup-pforzheim.de, meint hierzu: „Gründen bedeutet die Freiheit, dem eigenen Interesse mit Leidenschaft zu folgen und eigene Entscheidungen schnell umsetzen zu können. Dazu kommt der direktere Einfluss auf den Erfolg sowie die Chance zur Selbstverwirklichung.“

Attraktivität Pforzheims

Was macht dabei aber gerade den Standort Pforzheim attraktiv? Das mache Pforzheims Eigenschaft als „kleine Großstadt“ mit „übersichtlichen, kurzen Wegen, einer guten Infrastruktur und einem ausreichenden Kulturangebot“ aus, so Völker. Ein weiterer Vorteil bestehe in der sehr guten Verkehrsanbindung an die Städte Karlsruhe und Stuttgart. Zwei weitere Punkte sieht der Gründer der Initiative Startup Pforzheim als relevant an: den noch geringen Nachfragedruck auf dem Immobilienmarkt im direkten Vergleich zu anderen Ballungsräumen, samt der „reizvollen Umgebung mit den unterschiedlichen Landschaften des Kraichgaus, dem Nordschwarzwald, dem Heckengäu und dem Stromberg.“

Gründerzentren Pforzheims

Pforzheims Gründerzentren sind das EMMA Kreativzentrum http://www.emma-pf.de und das Innotec. http://www.innotec-pforzheim.de Neben Beratern der Industrie- und Handelskammer (IHK) https://www.nordschwarzwald.ihk24.de/Fuer-Gruender und der Handelskammer (HWK) stehen weitere Ansprechpartner wie die Business Coaches Markus Riehl und Stefan Renz http://renz-riehl.de/wp-content/uploads/2015/11/renzriehl_Beratungsf%C3%B6rderung_2015_08_13.pdf den Gründern Rede und Antwort. An der Hochschule selbst fördert die Initiative Entrepreneurs Pforzheim das Unternehmertum, bereits ausgehend von der Hochschule aus. http://www.entrepreneurs-pforzheim.de Mit den Fakultäten Design, Wirtschaft und Technik sorgt gerade sie für Praktikanten und gut ausgebildete Absolventen. https://www.hs-pforzheim.de

Stuttgarter Gründerszene

In Stuttgart gibt es ebenfalls einige Initiativen wie Startup Stuttgart http://startup-stuttgart.de, bei dem unter anderem Veranstaltungen wie das Gründergrillen stattfinden, bei dem sich junge Unternehmer hier, wie auch in Pforzheim und Karlsruhe, zusammen tun, netzwerken und zusammen arbeiten. Hier koordiniert zum Beispiel die Initiative Startup Stuttgart die Gründeraktivitäten und mit ihr Startup Lounges, Gründergespräche und Gründergrillen. http://startup-stuttgart.de/mission/

Netzwerke in Stuttgart

In Stuttgart gibt es außerdem das PUSH! - Partnernetz für Unternehmensgründungen aus Stuttgarter Hochschulen, das Gründungen aus Wissenschaft und Forschung fördert. Business Angels als Kapitalgeber werden nach ihrem Boom in den USA auch in Deutschland zunehmend wichtiger. Chancen bietet die Business Angels Region Stuttgart. Mitarbeiter der Wirtschaftsförderung der Region Stuttgart stellen die entsprechenden Kontakte her und begleiten die anschließenden vertiefenden Finanzierungsgespräche. https://wrs.region-stuttgart.de/angebote-fuer/gruender.html https://wrs.region-stuttgart.de/themen/unternehmertum-kreativitaet.html Allgemein dominiert in Stuttgart aber immer noch die Existenz einzelner Großkonzerne wie Daimler AG (Mercedes), Porsche, Bosch, Stihl und Kärcher, mit einer Betonung der Cluster Mobility, Aerospace, Engineering, Finance, IT, Medien und Kreativwirtschaft. http://www.stuttgart.de/item/show/186216/1

Gründerstandort Mannheim

Mannheim ist nicht nur ein attraktiver Standort in der wirtschaftlich vielfältig ausgerichteten Rhein-Neckar-Region, mit dem Deutschlandsitz des Softwareriesen SAP in Walldorf in der Nähe. Auch im nahe gelegenen Heidelberg gibt es Angebote für Gründer, unter anderem die Heidelberg Start-up Partners. In Mannheim gibt es ähnliche Veranstaltungen wie in Karlsruhe und Pforzheim. Mannheims Kultur-Oberbürgermeister Michael Grötsch unterstreicht das Angebot für Gründer mit einem „Beteiligungsfond zur Existenzgründungsförderung“, verschiedenen Angeboten der Gründerberatung sowie Raum- und Betreuungsangeboten in den verschiedenen Gründerzentren. Darüber hinaus gibt es in Mannheim ein spezielles Gründungszentrum für Frauen. http://www.gig7.de Bisher einzigartig in Mannheim ist das Existenzgründungszentrum für die Musikbranche, der Musikpark Mannheim. http://www.musikpark-mannheim.de/

Kompetenzen Mannheims

Hervorstechend ist das CUBEX41, das im März 2015 eingeweihte Gründungs- und Kompetenzzentrum im Medizinisch-Technischen Bereich auf dem Campus der Mannheimer Universitätsmedizin. Hier arbeiten Gründer, die im Bereich Muskelschwäche, Leukämie und Adipositas-Chirurgie tätig sind sowie Mitarbeiter der Fraunhofer Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie - zum Beispiel im experimentellen Operationssaal.

Allgemeine Beratungseinrichtungen für Gründer:

https://www.fuer-gruender.de/beratung/dienstleister-finden/anwalt/ http://www.junge-gruender.de/news/rechtsberatung-fuer-junge-unternehmen/ http://www.gruenderlexikon.de/magazin/rechtsberatung-muss-nicht-teuer-sein-0967

Dienstag, 5. Januar 2016

Klimawandel - Beiträge von mir auf Radio KIT
Rolle der Ozeane im Klimawandel
http://www.radio.kit.edu/829.php
Zwei-Grad-Ziel bereits verfehlt? - KIT Klimaexperte fordert rechtsverbindlichen Vertrag nach dem Vorbild des Kyoto-Protokolls
http://www.radio.kit.edu/834.php
Der Druck darf nicht nachlassen!- UN-Klimakonferenz verabschiedet Pariser Protokoll
http://www.radio.kit.edu/838.php
Zusammen mit dem Süddeutschen Klimabüro habe ich diese Broschüre über die COP 21 mitherausgegeben und die Inhalte teils recherchiert und editiert:
http://www.sueddeutsches-klimabuero.de/downloads/Paris2015_SueddeutschesKlimabuero_A5.pdf
Zusammenfassung 2015
2015 war journalistisch betrachtet für ich mal wieder ein sehr spannendes und auch abwechslungsreiches Jahr.
Deshalb finden Sie und findet Ihr hier weniger Blogposts, denn Aktualisierungen auf meiner Homepage:
Nach wie vor habe ich viele Radiobeiträge erstellt - zum Thema "Gründung", zum Thema "Flüchtlinge", zum Thema "Stadtgeburtstag
Karlsruhe - ka300" und andere. Genaueres ist hier zu finden: www.jenniferwarzecha.de/referenzen
Seit November 2015 schreibe ich recht häufig Texte über die StartUps in Karlsruhe und Pforzheim für die Pforzheimer Zeitung. Kopien
der Texte gibt es bei Nachfrage bei mir direkt oder teilweise unter www.pz-news.de.
Regelmäßig schreibe ich Texte für das Titel Online-Kulturmagazin.
Diese finden sich hier: http://titel-kulturmagazin.net/category/buehne/
Auch bei techtag - Magazin des Cyberforums bin ich Gastautorin geworden, siehe hier:
http://www.techtag.de/startups/elevator-pitch-bw-zum-erfolg-in-drei-minuten/
Pläne für 2016
Weiterführung der Arbeit, siehe oben
Gestaltung eines neuen Blogs über die StartUps, Existenzgründer und Unternehmen in Baden-Württemberg

Samstag, 25. Oktober 2014

Georg Büchners Pietro Aretino auf der Büchner-Bühne in Riedstadt-Leeheim

Wie jeder, der mich kennt, weiß, bin ich ein großer Fan von Georg Büchner und befasse mich nicht zuletzt deshalb auch ausführlich innerhalb meines Literaturstudiums mit ihm.
Auch journalistisch habe ich mich mit ihm schon auseinandergesetzt: Büchner-Abend in Darmstadt

In den Büchner-Jahren habe ich viele Veranstaltungen rund um ihn besucht. Ich kenne alle in Hessen, die sich in Bibliotheken, Ausstellungen und in Archiven mit ihm befassen - bis hin zu Prof. Dr. Burghard Dedner, der Mitherausgeber der Historisch-Kritischen Marburger Büchner-Ausgabe ist und den ich im oben stehenden Artikel auch erwähnt habe. Mit Dr. Peter Engels, Leiter des Stadtarchivs Darmstadt, habe ich auch schon einen literarischen Spaziergang rund um Georg Büchner in Darmstadt gemacht und für den SWR einen Beitrag produziert: „Am 20. Jänner ging Lenz durchs Gebirg ...“: Georg Büchner und seine Heimatstadt: http://www.radio.kit.edu/593.php.

Büchner-Biograph und Pietro Aretino in Riedstadt-Leeheim

Am 17.10. gab es aber etwas ganz Besonderes auf der Büchner-Bühne in Riedstadt-Leeheim, in der Nähe des Büchner'schen Geburtshauses in Goddelau, zu sehen. Die dortigen Schauspieler führten "Pietro Aretino", das verschwundene Stück Büchners, um dessen Existenz sich Legenden ragen, wie mir einer der Büchner-Experten, Peter Brunner, erzählte, auf.
Eine Kritik meines mir hochverehrten Feuilleton-Chef des Darmstädter Echos über das gesamte Stück finden Sie unter diesem Link: Büchner-Kritik von Johannes Breckner
Ich habe natürlich auch fleißig mitgeschrieben, zugehört und zugeschaut. Richtig ehrfürchtig war mir zumute, als ich endlich Büchners Biographen, Jan-Christoph Hauschild, begegnete.

Mir fielen beim Stück, das Hauschild über viele Jahre hinweg aus bisherigen Erkenntnissen heraus entwickelte, vor allem Ähnlichkeiten des Stücks mit Woyzecks Konflikt zwischen Moral und Demoral, die Ablösung von der Orientierung am göttlichen Weltbild sowie die gleiche Parodie - unvergessen von der eindrücklichen Sprache Büchners - auf. Hauschild bestätigte mir meinen Eindruck teilweise, aber natürlich sollte ich ihn nicht nach der Autor-Intention und -meinung fragen (ein sehr umstrittenes Thema in der Literaturwissenschaft). Aber ja, die Woyzeck und Andres-Szene am Ende des Woyzeck habe er tatsächlich in dieses Stück hinein übernommen.

Meine Gedanken hierzu...

Finn Hanssen, der den Aretino spielte, sagte nach dem Schauspiel, die Figur sei für ihn herausfordernd gewesen, weil Büchners Stücke ebenso sprachgewaltig seien und damit neben der Leistung des körperlichen Ausdrucks und der Mimik beim Schauspiel selbst noch einmal eine zusätzliche Aufgabe ausmachten.
Auf die Sprache und auf Georg Büchner!

Weitere Informationen über die Büchner-Bühne gibt es hier: Büchner-Bühne.
Die nächsten Aufführungen werden am Freitag,  31.10., Samstag, 8.11., und Sonntag, 23.11.2014, stattfinden.